Autonome Mobilität mit Florian Kittelmann (#036)

Hier folgen:

Wie Alstom durch autonome Züge Kapazitäten auf der Schiene steigert und dem Fachkräftemangel entgegenwirkt

In dieser Folge feiern wir eine Premiere: Heike Löffler ist zum ersten Mal für eine Videofolge direkt vor Ort im Alstom-Lab für autonomes Fahren und spricht mit Florian Kittelmann darüber, wie die Digitalisierung der Schiene das klassische Geschäftsmodell eines Zugherstellers transformiert. Es geht darum, warum autonomes Fahren kein bloßes „Nice-to-have“, sondern eine existenzielle Notwendigkeit für die Mobilitätswende und den Fachkräftemangel ist.

Im Gespräch wird der strategische Wandel von Alstom vom reinen Hardware-Produzenten hin zu einem Anbieter für digitale Systeme und Dienstleistungen beleuchtet, der mittelfristig einen Service-Anteil von 60 % anstrebt. Florian erläutert inmitten der Test-Racks des Labs, wie digitale Komponenten die Funktion des Triebfahrzeugführers in offene Schienensysteme übersetzen. An konkreten Beispielen wie dem autonomen Regionalzug in Niedersachsen wird aufgezeigt, dass die technische Machbarkeit bereits bewiesen ist, die Skalierung jedoch neue regulatorische Weichentellungen erfordert. Ein zentrales Thema ist dabei die Flexibilisierung der Rahmenbedingungen sowie der Übergang von rein deterministischen Sicherheitsnachweisen zu einer modernen Risikoabwägung, um KI-basierte Innovationen auf die Strecke zu bringen. Zudem gibt Florian tiefe Einblicke in die interne Innovationskultur: Er beschreibt, wie durch jährliche Wettbewerbe, lokale Innovation Hubs und globale Innovation Champions Bottom-up-Ideen mit Top-down-Strategien verzahnt werden, um den Return on Innovation messbar zu machen.

Über den Gast

Florian Kittelmann ist Senior Director für Autonomous Mobility, AI und Innovation bei Alstom. Er verfügt über langjährige Erfahrung in der Bahnbranche, unter anderem durch seine Station bei Bombardier und verantwortet heute die Zentralisierung und Produktisierung zukunftsweisender Mobilitätslösungen. Sein Fokus liegt darauf, durch Automatisierung nicht nur den Personalbedarf effizienter zu gestalten, sondern auch die Kapazität auf der Schiene nachhaltig zu steigern.

Anne Schlösser

Anne Schlösser ist Partnerin bei hy und verantwortet die Business Unit Strategy & Innovation mit. Anne ist mehrfache Gründerin und war vor ihrem Einstieg bei hy Associate Partnerin im Venture-Building-Team von McKinsey, wo sie Start-ups in Energie, Pharma und Konsumgüterindustrie bis zum Launch und in der Skalierung begleitet hat. Vor McKinsey hat Anne zwei Unternehmen gegründet und geleitet – MEMORATIO, ein Data und AI Venture Builder sowie studiomem, eine Beratung für strategische Produktentwicklungen und Innovation und in diversen Industrien (Telco, MedTech, Konsumgüter, Energie, Software,...) über 40 digitale und physische Produkte von der Konzeption bis zum Launch begleitet. Anne begann ihre Karriere in den USA bei Eleven, einem Produktentwicklungsstudio in Boston, und hatte mehrere Positionen bei der Siemens-eigenen Produktdesign-Agentur Designafairs (heute Teil von Accenture) inne.

Heike Löffler

Heike ist Senior Vice President im Bereich Strategy & Innovation. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung und Implementierung neuer Geschäftsmodelle. Vor ihrem Eintritt bei hy hat Heike in der Rolle des Chief Commercial Officers drei Corporate Ventures aufgebaut in den Branchen Energie, Mobilität und CleanTech. Dabei begleitete sie auch Akquisitionen zur Skalierung der Geschäftsaktivitäten inkl. der Post Merger Aktivitäten. Mit über zehn Jahren Erfahrung in der Unternehmensberatung – unter anderem bei Simon-Kucher und der Deutschen Bahn – bringt sie tiefgreifende Expertise in den Bereichen Unternehmenswachstum, Digitalisierung und Unternehmensstrategie mit.