Wie Lernzyklen und ein mutiger Pivot bei Ottobock Innovationen mit klarem Kundennutzen schaffen
Anne Schlösser spricht mit Dr. Larisa Wewetzer, Head of Digital Health Solutions & Platform bei Ottobock, über einen Innovationsweg, der als Hardwareprojekt startete und in einer KI-gestützten Software für die Erstattungsdokumentation mündete.
Im Gespräch geht es um den Mut zum Pivot und die Frage, wie man ein weit fortgeschrittenes Sensorprojekt stoppt, da Computer-Vision-Verfahren ohne zusätzliche Hardware schneller, präziser und nutzerfreundlicher wurden. Dr. Larisa Wewetzer erklärt, wie die entstandene KI gestützte Video- und Softwarelösung komplexe biomechanische Parameter automatisiert auswertet und für Orthopädietechniker, Krankenkassen und Ärzte sowie den Medizinischen Dienst verständlich aufbereitet und den Dokumentationsaufwand von zuvor acht bis dreizehn Stunden auf rund dreißig bis vierzig Minuten reduziert, womit Anträge deutlich schneller bei Kostenträgern eingereicht und Patienten früher versorgt werden. Außerdem beleuchten wir, wie Ottobock trotz Regulierung früh im Realbetrieb testet und wie die Lösung über Ländergrenzen skalieren kann. Zum Schluss richten wir den Blick auf die großen Hebel der Branche wie Dateninfrastruktur und eine agilere Regulierung, um die wachsende Erwartungshaltung KI-gewohnter Nutzer mit der Realität der Versorgung zusammenzubringen. Denn neue digitale Erlösquellen sind wichtig, entscheidend ist aber, dass Innovation die Versorgung nachweislich beschleunigt und verbessert.
Über den Gast
Dr. Larisa Wewetzer leitet bei Ottobock den Bereich Digital Health Solutions & Platform. Zusätzlich engagiert sie sich im Vorstand des Bundesverband Managed Care e.V. und als Advisory-Board-Member am L3S Research Center. Zuvor arbeitete sie in der Versorgungsforschung an der Universität zu Lübeck und verbrachte rund zehn Jahre bei Drägerwerk in leitenden Funktionen.