In dieser Folge spricht Anne mit Sabrina Risch und Benjamin Teuber darüber, wie Innovation in einer Branche funktioniert, in der sich der Erfolg eines Produkts kaum vorhersagen lässt, und was es braucht, damit aus einem Spiel eine Marke wird, die über 30 Jahre trägt.
Im Gespräch geht es um das Spannungsfeld zwischen Kreativität und Marktlogik. Sabrina kommt aus der Konsumgüterindustrie und beschreibt, warum sich Spielspaß anders als ein Anti-Schuppen-Shampoo nicht in Bedürfnisse, Treiber und Prozesse zerlegen lässt und warum Kosmos am Ende beim Net Promoter Score landet: Spiele verkaufen sich vor allem über Weiterempfehlung. Benjamin erklärt, woran er in Testrunden erkennt, ob ein Spiel trägt, nämlich ob die Handys in der Tasche bleiben und ob er sich selbst dabei ertappt, gewinnen zu wollen. An Catan Neue Energien wird deutlich, wie ein Brettspiel ein politisch aufgeladenes Thema verhandeln kann, ohne zu belehren: Fossile Energie ist billiger, erneuerbare kostet Forschung, und die Gruppendynamik entscheidet, wie die Partie kippt. Mit Catan Connect und dem Format Tauschrausch zeigen beide, wie aus einem Spiel ein Marketinginstrument wird, das dorthin reicht, wo klassische Werbung nicht hinkommt, vom Weltrekord mit über 1.000 Mitspielenden in einer Konzerthalle auf der Spiel in Essen bis zum Icebreaker auf Networking-Events außerhalb der Branche. Zum Schluss wird klar, dass beide im Zweifel auf das Bauchgefühl setzen, allerdings auf eines, das auf Erfahrung und Daten aufsetzt.
Über die Gäste
Sabrina Risch ist Head of Commercial Games bei Kosmos und verantwortet Marketing und Vertrieb für das gesamte Brettspielprogramm. Vor ihrem Wechsel in die Spielebranche arbeitete sie in der Konsumgüterindustrie, unter anderem bei Procter & Gamble.
Benjamin Teuber ist Geschäftsführer der Catan GmbH und entwickelt die Spiele der Catan-Reihe. Nach dem Studium der Psychologie und des Managements kam er in das Familienunternehmen, wo er 13 Jahre lang gemeinsam mit seinem Vater, dem Catan-Erfinder Klaus Teuber, Spiele entwickelte.