Pricing-Beratungen im Vergleich: So findet ihr die passende für euch
Die bekannteste Pricing-Beratung der Welt kenne ich aus eigener Erfahrung: Bei Simon-Kucher war ich selbst als Director tätig. Die Firma arbeitet seit über 40 Jahren im Pricing und beschäftigt heute über 2.200 Mitarbeitende in 30 Ländern. In Gesprächen mit Investoren und Geschäftsführungen kommt fast immer die Frage: „Was unterscheidet euch von Simon-Kucher?“. Meine ehrliche Antwort: Simon-Kucher ist exzellent, gerade bei internationalen Enterprise-Projekten und fundierter Marktforschung. Welche Beratung zu euch passt, hängt aber von eurer Ausgangslage ab. Hier zeige ich, welche Simon-Kucher-Alternativen es gibt und für wen welche infrage kommt.
Das Thema kurz und kompakt
- Die Stärken von Simon-Kucher: Die Firma arbeitet seit über 40 Jahren im Pricing und ist besonders stark bei Enterprise-Mandaten, internationalen Rollouts und Marktforschung.
- Kontext vor Markenname: Unternehmensgröße, Branche, PE-Hintergrund und Umsetzungstiefe entscheiden, welche Beratung zu euch passt.
- Die Alternativen im Überblick: Wir bei hy passen zu SaaS, Tech und PE-PortCos mit Umsetzungsbedarf, Prof. Roll & Pastuch zum Mittelstand mit Vertriebsfokus, pqX zu einzelnen Fragen im Software-Pricing und Accenture zu Pricing als Teil einer großen Konzerntransformation.
- Was uns bei hy auszeichnet: Wir begleiten SaaS-, Tech- und PE-Unternehmen vom ersten Workshop bis zur Migration der Bestandskunden, mit eigenen Playbooks für Preiserhöhungsplan, Paketierung, Pricing Due Diligence und Go-to-Market. Neben Festpreisen bieten wir variable und erfolgsabhängige Vergütungsmodelle an. Von brand eins und Statista wurden wir in der Vergangenheit als Nummer 1 in der Pricing-Beratung ausgezeichnet.
Was Simon-Kucher stark macht und warum manche Unternehmen trotzdem Alternativen suchen
Drei Stärken zeichnen die Firma besonders aus:
- Pricing-Expertise in der Breite: Simon-Kucher bündelt das Wissen von über 2.200 Mitarbeitenden in 30 Ländern.
- Erprobte Methoden: Simon-Kucher nutzt ein breites Methodenarsenal aus der Marktforschung, etwa Van Westendorp, Gabor-Granger und MaxDiff.
- Internationale Rollouts: Enterprise-Rollouts über viele Länder hinweg sind dort Routine.
Trotzdem erzählen uns viele Unternehmen von ihrer Suche nach einer Alternative. An der Qualität der Firma zweifeln dabei die wenigsten, meist geht es um den Zuschnitt. Vier Gründe hören wir häufig:
- Projektgröße und Mindestmandat: Simon-Kucher ist auf Enterprise-Mandate und internationale Rollouts ausgelegt. Für Mittelständler und Scaleups ist ein solches Mandat oft überdimensioniert.
- Teamgröße und Projektstruktur: Simon-Kucher arbeitet mit großen Projektteams und klassischen Beratungsstrukturen. Das passt gut zu Konzernen mit eigenen Umsetzungsteams. Manche Unternehmen suchen dagegen bewusst ein kleineres Team mit direktem Zugang zu den Partnern.
- Branchenfit: Simon-Kucher arbeitet breit über alle Branchen hinweg und richtet sich mit dem Enterprise-Zuschnitt vor allem an Konzerne und große Enterprise-SaaS-Anbieter. Private-Equity-Portfoliounternehmen mit spezifischem Software-Kontext passen nach unserer Erfahrung oft nicht in dieses Raster.
- Umsetzungsrisiko: Bei einer Preiserhöhung fürchtet der Vertrieb, dass Kunden abspringen, und der Investor, dass der Wertschöpfungsplan wackelt. Wer diese Sorge hat, sucht eine Beratung, die bis in die Umsetzung mitarbeitet.
Sprecht mit uns über eure Pricing-Situation
Ihr seid mitten in der Anbieterauswahl? In einer kostenlosen Ersteinschätzung sagen wir euch, welche Unterstützung zu eurem Geschäftsmodell und eurem Zeithorizont passt, ohne Verkaufsdruck.
Simon-Kucher-Alternativen: Schnellübersicht
| Anbieter | Fokus | Typische Kunden | Teamgröße | Passt besonders, wenn … |
|---|---|---|---|---|
| Simon-Kucher | Pricing-Strategie und Marktforschung, international | Konzerne, Enterprise-Mandate | über 2.200 Mitarbeitende | ihr einen internationalen Rollout plant |
| hy | Pricing für SaaS, Tech und PE, mit Umsetzungsbegleitung | SaaS/Tech, PE-PortCos mit fünf bis 50 Mio. Euro Umsatz | über 70 Mitarbeitende | euer Pricing in der Umsetzung hängt |
| Prof. Roll & Pastuch | Pricing und Vertrieb | Mittelstand und Industrie | über 50 Mitarbeitende | ihr Pricing und Vertrieb zusammen angehen wollt |
| pqX | Software-Pricing | Softwareanbieter | kleines Senior-Team (zwei Gründer) | ihr punktuelle Unterstützung bei Preismodell-Fragen sucht |
| Accenture (Vocatus) | Pricing als Teil von Corporate Strategy, Growth und Pricing | Konzerne in größeren Transformationen | Vocatus-Team mit über 50 Mitarbeitenden in einem globalen Konzern | Pricing Teil einer größeren Transformation ist |
Vier Simon-Kucher-Alternativen im detaillierten Vergleich
Die folgenden vier Anbieter decken unterschiedliche Ausgangslagen ab, von SaaS und Private Equity über den Mittelstand bis zum Konzern. Einen breiteren Überblick speziell für SaaS bietet unser Vergleich der besten Pricing-Beratungen für SaaS im DACH-Raum.
hy: die Alternative für SaaS, Tech und PE mit flexiblen Vergütungsmodellen
Ein neues Preismodell lässt sich heute schnell skizzieren, mit KI oft in wenigen Stunden. Schwierig wird es danach: Der Vertrieb muss die neuen Pakete erklären können, und Bestandskunden stecken noch in alten Verträgen. Genau dort arbeiten wir mit.
- Wir sind eine partnergeführte Unternehmensberatung aus Berlin, gegründet 2017.
- Über 70 % unseres Teams haben selbst gegründet oder in Early-Stage-Umfeldern gearbeitet. Deshalb denken wir Pricing aus Unternehmersicht. Seit der Gründung haben wir mehr als 850 Projekte für über 350 Kunden begleitet.
- Für Private Equity bieten wir Pricing Due Diligence und Umsetzungsbegleitung im Wertschöpfungsplan, abgestimmt auf den zweistufigen Entscheidungsprozess aus Fonds-Partner und PortCo-Management.
- Laut unserem SaaS & AI Pricing Report 2026 mit OMR Reviews steigern Unternehmen ihren Umsatz nach der Einführung von Good-Better-Best-Modellen im Schnitt um 16 %.
Passend für: vor allem SaaS- und Tech-Unternehmen mit fünf bis 50 Mio. Euro Umsatz und PE-PortCos, bei denen Pricing auf dem Wertschöpfungsplan steht, intern aber die Expertise fehlt. Weil Jahresverträge die Wirkung neuer Preise um zwölf bis 24 Monate verzögern, muss die Umsetzung dort früh beginnen.
Im Vergleich zu Simon-Kucher: Auch wir sind auf Pricing spezialisiert, allerdings mit anderem Fokus. Als kleineres Team arbeiten wir mit kurzen Wegen und direktem Zugang zu den Partnern. Ein globales Rollout-Netzwerk haben wir dagegen nicht. Wer Software, Tech oder PE-Kontext hat, findet bei uns die passende Branchentiefe. Bei weltweiten Rollouts über viele Länder spielt Simon-Kucher seine Stärken aus.
Wie wir unsere Pricing-Projekte vergüten
Wir vereinbaren Festpreise pro Projekt. Je nach Aufgabenstellung bieten wir auch variable Modelle an: ein geringeres Fixum mit einer Zufriedenheitskomponente oder ein deutlich reduziertes Fixum mit einem erfolgsabhängigen Bonus. Diesen bemessen wir zum Beispiel nach zwölf bis 18 Monaten an der erzielten Umsatzsteigerung.
Unser Anspruch: Jedes Pricing-Projekt soll mindestens das Zehnfache unseres Honorars an wirtschaftlichem Nutzen schaffen, gemessen an der zusätzlichen Umsatz- und Ergebnissteigerung in den ersten zwölf bis 24 Monaten. Deshalb gehört zur Auswahl einer Beratung neben dem Honorar auch die Frage, welches Ergebnis das Projekt erzielen soll.
Dr. Andreas Spiegel, Founder von DRS Investment, beschreibt unsere Arbeit so: „Das hy-Team lässt sich an Ergebnissen messen. Ihr Honorar ist an die Upsides des Projektes gekoppelt. So weit gehen keine Berater, nur Unternehmer.“
Prof. Roll & Pastuch: die Mittelstands-Boutique mit Vertriebsfokus
Prof. Roll & Pastuch verbindet Pricing mit Vertrieb und richtet sich an den deutschen Mittelstand. Die Firma wurde 2009 von Prof. Dr. Oliver Roll gegründet, der zuvor bei Simon-Kucher tätig war. Geschäftsführer ist Kai Pastuch.
Passend für: Die Firma eignet sich für Mittelständler und Industrieunternehmen, die Pricing und Vertrieb zusammen anpacken wollen. Wenn ihr wegen der Mandatsgröße eine Alternative zu Simon-Kucher sucht, findet ihr hier ein kleineres Team.
Im Vergleich zu Simon-Kucher: Mit über 50 Mitarbeitenden an fünf Standorten in Deutschland und der Schweiz ist das Team deutlich kleiner. Der Fokus liegt stärker auf dem Vertrieb und auf dem deutschsprachigen Mittelstand.
pqX: die kleine Boutique mit Software-Fokus
pqX ist eine auf Software-Pricing spezialisierte Boutique. Gegründet wurde sie von Timo Müller, ehemals Partner bei hy, und Christian Peic. Neben Mandaten für Softwareunternehmen übernehmen die Gründer auch Beiratsmandate.
Passend für: Softwareanbieter, die punktuelle Unterstützung bei einzelnen Preismodell-Fragen suchen. Wenn ihr Simon-Kucher wegen der Branchenbreite hinterfragt und ein kleines Team bevorzugt, passt dieser Zuschnitt.
Im Vergleich zu Simon-Kucher: pqX konzentriert sich thematisch auf Software und arbeitet mit einem kleinen Senior-Team.
Accenture: die Alternative aus dem Großkonzern-Umfeld
Accenture hat Anfang 2024 die Übernahme der Münchner Pricing-Beratung Vocatus abgeschlossen und sie in den Geschäftsbereich Corporate Strategy, Growth und Pricing integriert.
Passend für: Konzerne, die Pricing ohnehin im Rahmen einer größeren Transformation mit Accenture angehen. Wer Pricing nicht als eigenständiges Mandat vergeben will, kann das Thema dort in ein Gesamtmandat integrieren.
Im Vergleich zu Simon-Kucher: Pricing ist bei Accenture einer von vielen Bausteinen innerhalb eines globalen Beratungs- und Technologiekonzerns. Die Mandate sind entsprechend umfangreich und richten sich an große Kunden.
Worauf ihr bei der Anbieterwahl achten solltet
Bevor ihr Gespräche führt, klärt fünf Punkte für euch: Unternehmensgröße, Branche, PE-Kontext, Zeithorizont bis zum Exit und eure interne Umsetzungskapazität. Danach helfen euch die folgenden Fragen weiter. Es sind genau die Fragen, die Investoren und Geschäftsführungen in Pitches stellen. Ich habe sie in vielen Gesprächen selbst gehört, und sie eignen sich genauso gut als Prüfliste für eure Auswahl.
- Für wen habt ihr schon gearbeitet? Arbeitet die Beratung regelmäßig mit Unternehmen eurer Größe? Verlasst euch auf extern verifizierte Auszeichnungen und nachvollziehbare Projektzahlen.
- Habt ihr in unserem Geschäftsmodell schon gearbeitet? Branchentiefe schlägt Branchenbreite, wenn es um die Muster geht, die in eurem Markt funktionieren. Eine Beratung, die SaaS-Preismetriken kennt, muss nicht erst lernen, was ARR und Churn für eure Paketierung bedeuten.
- Endet das Mandat beim Konzept? Klärt, ob die Beratung die Umsetzung im Vertrieb und die Migration eurer Bestandskunden begleitet oder ob ihr das Ergebnis selbst in die Organisation tragen müsst.
- Wie sind Honorar und Projekterfolg miteinander verknüpft? Fragt, ob sich ein Teil des Honorars an eure Zufriedenheit oder an messbare Ergebnisse koppeln lässt.
Und ganz ohne Beratung? Manche Unternehmen lösen Pricing intern, mit Freelancern oder im PE-Kontext über das Operating Team des Fonds. Für taktische Aufgaben passt das. Bei einem strategischen Wandel des Preismodells fehlen meist die Benchmarks, die Neutralität gegenüber internen Machtkonstellationen und die Umsetzungskapazität neben dem Tagesgeschäft.
Noch unentschieden? Sprecht mit uns
Schickt uns eure Situation, und wir sagen euch ehrlich, ob wir der richtige Partner sind oder ob in eurem Kontext ein anderer Anbieter besser passt. Die Ersteinschätzung kostet euch nichts.
Fazit: Die richtige Alternative zu Simon-Kucher hängt von eurem Kontext ab
Nach vielen hundert erfolgreichen Pricing-Projekten und noch mehr Pitches kann ich sagen: Wählt die Beratung nach eurem Kontext, nicht nach dem Markennamen. Für internationale Enterprise-Rollouts bleibt Simon-Kucher eine naheliegende Wahl. Wenn euer Pricing aber im Alltag nicht greift, euer Vertrieb neue Pakete erklären muss und der Investor Ergebnisse im Wertschöpfungsplan erwartet, lohnt sich der Blick auf spezialisierte Simon-Kucher-Alternativen. Achtet dabei nicht nur auf das Honorar, sondern darauf, welches Ergebnis ihm gegenübersteht und ob die Beratung bereit ist, einen Teil davon an den Erfolg zu koppeln. Mein Rat für die Auswahl: Sprecht mit zwei oder drei Anbietern und stellt ihnen die vier Fragen von oben.